San Juan de Dios & Milben

Die letzte Arbeitswoche in der Bocana lief nicht mehr so gut wie die ersten beiden Dezemberwochen. Es war wieder Hochwasser und wir konnten nur am Dienstag einen einzigen Fang bemessen. Die Fischer wollten keinen Sprit ausgeben um zu fischen und somit entschlossen André und ich am Wochenende wieder irgendwo hin zu fahren, an den nächsten Paradiesischen Ort an der Pazifikküste.

Das übliche warten auf die Fischer... :)

Das übliche warten auf die Fischer… 🙂

Wolken über der Bocana, es wurde wieder weniger gefischt!

Wolken über der Bocana, es wurde wieder weniger gefischt!

Jedes Mal wenn wir irgendwo hin fahren wollen, informieren wir uns erst bei den Einheimischen welcher der nächste tolle Ort ist und suchen dann die verschiedenen Tipps im Internet. In der Bocana kann diese Suche etwas lästig sein, weil die Verbindung zum Internet alle Nase lang abstürzt und wir den Abend vor unserer Reise teilweise 3 bis 4 Stunden auf der Dachterrasse vor dem Laptop hängen müssen um den richtigen Ort zu finden. Die Dachterrasse ist meistens der Ort an dem das Internet am besten funktioniert und zugleich abends ziemlich Mückenverseucht. Aber wir wollten unbedingt am Freitag los, endlich was Neues sehen.

Wir entschieden uns für die Playa Juan de Dios, ein angeblich paradiesischer Strand ungefähr 40 Minuten mit dem Boot in Richtung Süden, an der Küste entlang. An dem Strand gab es nur ein Hotel. Also blieb uns nichts Anderes übrig als ca. 80€ pro Person für 2 Nächte zu zahlen (Vollpension: das heißt inklusive 3 Mahlzeiten). Wir waren die einzigen Touristen in dem Hotel und wenn ein Hotel romantisch war dann dieses!

Eigentlich war es kein richtiges Hotel, sondern eher 3 große, offene, Holzhäuser direkt zwischen Strand und Dschungel. Eines der Häuser war das Haupthaus, in dem gegessen wurde und in dem man in Hängematten in der Wind-brise aufs Meer schauen konnte, lesen oder sich die Zeit mit verschiedenen Brett- und Karten- Spielen vertreiben konnte. In den anderen beiden Häusern lagen Matratzen mit Mückennetzen für die Backpacker. Und da wir alleine waren, hatten wir ein ganzes Haus für uns. Besser konnte es nicht werden. Dann gab es noch offene Duschen am Strand und Plumpsklos aus Holz hinter den Häusern. Nachts wurde alles mit Kerzen beleuchtet, da es kein Strom gab, und gekocht wurde auf Holzkohle. Im Grunde genommen verbrachten wir das perfekte Wochenende um vom Fernsehen, dem Lärm und dem Müll der Bocana zu entwischen. Morgens ging ich direkt im Meer schwimmen, und dieses Meer war tatsächlich sauber!!!! An einem Tag liefen wir durch den Dschungel, ca. 1 Stunde, zur Playa Dorada (Übersetzung: Goldener Strand). Der Goldene Strand war tatsächlich golden und wirklich paradiesisch.

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Unsere kleine Holzhütte, oben unsere Matratze mit Mückennetz

Unser "Schlafzimmer" in San Juan de Dios :)

Unser „Schlafzimmer“ in San Juan de Dios 🙂

Frühstück mit Blick aufs Meer

Frühstück mit Blick auf den Strand

Brettspiele am Meer

Brettspiele am Meer

Das Wochenende war so unglaublich schön und entspannend das wir nicht bemerkten wie wir immer mehr Stiche am Körper bekamen. Und als wir am Montag zurück in der Bocana waren, konnten wir uns vor Jucken kaum halten. Es war grausam und es stand fest: wir hatten Milben mitgebracht!

Die selbe Nacht zogen wir noch alle Betten ab auf denen wir gesessen hatte, und packten unsere gesamten Klamotten, Rucksäcke und Cappies in die Waschmaschine. André hatte erstmal keine Hose mehr 😀 und ich ärgerte mich das alle Sachen schon wieder gewaschen werden mussten. Aber alles war besser als diese Milben nicht los zu werden. Dann duschten wir uns gründlich mit Seife und hofften das wir die Milben bekämpft hatten. Heute, Dienstag, sind die Stiche schon etwas zurückgegangen aber wir werden wohl noch die Nächsten Wochen etwas davon haben. Mein Tipp: in jedem Hotel die Matratzen genau durchsuchen (am besten mit einer Lupe weil die Viecher wirklich kaum zu erkennen sind) und wenn der verdacht besteht, definitiv das Zimmer wechseln wenn möglich und alle Sachen in Plastiktüten aufbewahren damit die Milben ja nicht mitgebracht werden. Ansonsten besser nicht in dem Hotel schlafen…

Trotzdem hatten wir ein wundervolles Wochenende verbracht und ich war wieder Fit um die letzten paar Tage vor Weihnachten, in der Bocana, Garnelen zu messen und mich voll und ganz auf mein Forschungsprojekt zu konzentrieren. Vor allem war ich gespannt was hier so vor den Feiertagen noch so geschieht. Gestern wurde am Strand so gut wie der ganze Müll verbrannt und die Bocanarianer wappneten sich auf einen Ansturm der Touristen. Ab Weihnachten sollte hier die Hauptsaison anfangen. Ohje…

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