Eine Woche schlechtes Wetter in der Bocana

Touristen Map der Bocana

Touristen Map der Bocana

Drei Tage lag André mit Durchfall und vollkommener Erschöpfung (wahrscheinlich wegen der Antibiotika) im Bett. Und so langsam, begannen bei mir auch die Magenkrämpfe. André war total dehydriert und konnte gar nichts machen und da es mir auch nicht allzu gut ging, war an Arbeit gar nicht zu denken. Nach dem langen Feier-Wochenende in der Bocana fuhren zwar ein paar Fischer raus, aber Proben nehmen und Garnelen messen war für uns unmöglich. Das Feier-Wochenende war ein Kolumbianischer puente, ein verlängertes Wochenende an dem ein Feiertag an einem Montag oder Freitag stattfindet und ganz Buenaventura in die Bocana fährt um 4 Tage auszuspannen.

img_2089

Unser Zimmermitbewohner

Mir war rätselhaft wieso die Leute aus Buenaventura hier her kamen um auszuspannen. Der Strand war voll mit Müll und meiner Meinung nach, war es hier gruselig schwimmen zu gehen. Aber die Touristen kamen trotzdem. Auf einmal blühte das Dorf auf. Vorher waren es nur 3 Restaurants die geöffnet hatten, in denen mittags ein paar Arbeiter oder Forscher saßen. Und nun waren überall kleine Straßen Buden aufgebaut an denen Arepas gemacht wurden, Hühnchen gegrillt wurde oder frische Kokosnüsse verkauft wurden. Eigentlich gar nicht so schlecht, nur wir konnten leider nichts davon essen…

Sturm vor unserem Hotel

Sturm vor unserem Hotel

Als es uns dann Mitte der Woche besser ging fuhr kein einziger Fischer raus. Erstmal wahrscheinlich wegen der ganzen Feierei und dazu kam auch noch Hochwasser. Genau wie in Norddeutschland, gibt es hier Ebbe und Flut. Uns wurde erzählt das ungefähr 2 Mal im Jahr, wenn Vollmond ist, das Wasser so hoch steigt das die ganzen Straßen überschwemmen und die Fischer dann nicht raus fuhren. Wir hockten also von Mittwoch an, jeden Tag am Meer, lasen Bücher und warteten darauf das sich das Hochwasser besserte und die Fischer endlich wieder raus fuhren, damit wir wieder Garnelen messen konnten. Am Freitag morgen war das Hochwasser endlich überstanden aber die Fischer fuhren immer noch nicht. Ich hatte das Gefühl bekommen das die Arbeitsmoral hier nur so weit reichte wie nötig war. Das heißt, wenn kein Bedarf ist, wird nicht rausgefahren. Mir war zwar unklar wie nach einer Woche ohne fischen kein Bedarf war, aber am Freitag kamen wir auch nicht zum arbeiten… Madelegne, die Dorf-Ärztin, hatte uns erzählt das dies öfters vorkam, wenn die Fischer keine Lust hatten, dann hatten sie eben keine Lust.

Der Steg zu den Fischerhäusern, La Bocana

Der Steg zu den Fischerhäusern, La Bocana

André und mir fiel unterdessen die Decke auf den Kopf. Die Aussicht von unserem Hotel war klasse, die Dorfbewohner waren auch sehr interessant und das essen hier war unglaublich lecker, denn unsere Köchin strengte sich richtig an, uns jeden Tag etwas Anderes zu kochen. Zum Beispiel gab es vor ein paar Tagen camarones sudados die wirklich sehr lecker waren. Aber trotzdem wurde es in der Bocana langsam zu einseitig. Außerdem ärgerten wir uns ein wenig, weil wir die Tage hätten nutzen können, um irgendwohin zu fahren. Zum Beispiel hatten wir uns Cali noch nicht angeschaut. Ganze 7 Tagen wären genug gewesen um ein wenig durchs Land zu fahren. Und der Fakt das man hier nicht schwimmen konnte machte mich auch ziemlich fertig. Aber so war es eben, und uns blieb nichts anderes übrig als ein paar Tage abzuwarten ob die Fischer endlich wieder Shrimps fangen wollten.

Die Fischerhäuser, La Bocana

Die Fischerhäuser, La Bocana

Nächster in Artikel

Vorheriger in Artikel

Antworten

© 2019 Lisa's Reise

Thema von Anders Norén