Ein langer Monat in Cali

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Fischerboot am Strand der Bocana

Ich habe tatsächlich einen ganzen Monat nicht geschrieben. Unfassbar wie schnell die Zeit hier vergeht. Im November sind André und ich im wahrsten Sinne durch die Hölle und wieder zurück. Ich war circa 4 Mal beim Arzt und habe so ziemlich alle Arten von „krankheits-heilung“ durch. Die Tropen hatten uns einfach voll erwischt und ich war vollkommen unfähig diesen Monat auch nur einen Beitrag zu schreiben… Aber ich fange lieber von ganz vorne an…:

Anfang November fuhren wir also wieder in die Bocana um Garnelen zu messen. Wir hatten vor mindestens 3 Tage lang zu arbeiten. Das lief auch ganz gut, obwohl ich mich nicht ganz fit fühlte, zogen wir eine Woche durch und fuhren erst am Wochenende zurück nach Cali.

Der Besitzer unseres Hotels, natürlich auch Fischer, hatte riesen Rochen gefangen

Der Besitzer unseres Hotels, natürlich auch Fischer, hatte riesen Rochen gefangen

Tüdelüüü, ein bisschen Fotoshooting bei der Arbeit :D

Tüdelüüü, ein bisschen Fotoshooting bei der Arbeit 😀

Wir waren also zurück in Cali und mittlerweile waren Mayli und Michael, 2 Freunde und Kollegen aus meinem ISATEC Studiengang aus Bremen, auch in Cali angekommen. Beide hatten sich für ein Projekt über Mangrovenwälder und Laborarbeit direkt an der Universität Cali entschieden. Und etwas Besseres konnte uns gar nicht passieren: Mayli und Michael hatten sich ein großes Apartment gemietet, direkt neben der Uni, in einer sehr schönen und sicheren Gegend im Stadteil Barrio Ingenio. Wir zogen also, mit unseren ganzen Sachen und einer Luftmatratze, in das Wohnzimmer von den beiden ein 🙂

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Mit André, Michael, Mayli und Pilar in einer Pizzaria. Überall diese wunderbaren Fruchtsäfte :D!!!

Die ersten Tage ging es uns noch ganz gut. An der Uni Cali, die direkt in unserem Viertel lag, trafen wir uns mit meinem Professor. Mein Professor, und beaufsichtigter meines Master Projektes, war für eine Woche aus Bremen angereist um einen Kurs an der Uni Cali zu leiten. Ich hatte viele Fragen und nutzte die Chance mit ihm über mein Projekt zu sprechen. Dazu arbeitete ich die Woche, im Meeresbiologie Department der Uni, an meinen gesammelten Daten. Die Universität war wirklich beeindruckend. Ich hatte noch nie einen so tolle Campus gesehen. Man stelle sich den Campus vor wie ein riesen großes Gelände mit sehr viel Natur und Mangobäumen, unter denen die Studenten saßen und Mangos aßen. Mitten auf dem Gelände, versteckt zwischen riesengroßen Bäumen, waren mehrere alte Gebäude die sehr verschlungen und interessant arrangiert waren. In den offenen Gängen, die von einem Gebäude zum anderen führten, saßen an den Seiten ältere Frauen und Verkäufer die, unterschiedlich zusammengestellte Lunchpakete, selbstgemachten Jogurt mit verschieden Früchten, Kaffee, Fruchtsäfte oder Sandwiches verkauften. Es wimmelte nur so von Studenten und überall, an jeder Wand, waren prachtvolle Graffitis über die Revolution, den Krieg oder andere Politische Themen, zu sehen.

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Innenhof des Naturwissenschafts-gebäude der Uni Cali

Graffitis in der Uni Cali

Graffitis in der Uni Cali

Überall graffities, Uni Cali

Überall Graffitis, Uni Cali

Treffen mit meinem Professor in einer im Stadtteil San Antonio

Treffen mit meinem Professor in einer im Stadtteil San Antonio

Neben unseren Salsa-stunden an der Tanzschule im Barrio San Antonio, dem gemeinsamen Essen gehen in den vielen verschiedenen Restaurants in unserer Gegend zusammen mit Mayli und Michael und der Arbeit mit meinem Professor und Pilar an der Universität, war die Woche an und für sich sehr abwechslungsreich, im Gegensatz zu unserem Leben in der Bocana. Und ich dachte tatsächlich das ich mich so langsam erholte…

Ein Theaterstück im Freien, abends auf dem Platz im Barrio San Antonio

Ein Theaterstück im Freien, abends auf dem Platz im Barrio San Antonio

Street art in Cali

Street art in Cali

Und noch mehr geniale Grafities

Und noch mehr geniale Grafities

Doch der Elan am Anfang des Monates täuschte nur. In Wirklichkeit war mein Immunsystem von den Antibiotika total geschwächt und in der zweiten Woche bekam ich eine Virale Entzündung im Auge. In einer Augenklinik in der Nähe der Universität, bekam ich Augentropfen verschrieben und hoffte das sich mein geschwollenes Auge nach ein paar Tagen bessern würde. Ende der Woche war es immer noch nicht besser geworden. Pilar wollte mit unserem Professor und ein paar anderen Doktoranden in die Mangrovenwälder und in die Bocana fahren. Doch ich konnte nicht mit. Wir hatten unsere Sachen schon gepackt und genau ein Abend bevor wir alle aufbrechen wollten musste ich mich die ganze Nacht lang übergeben und hatte dazu auch noch Durchfall. Es hatte mich wieder erwischt… Doch, ich wollte nicht wieder ins Krankenhaus. Ich wusste die Ärzte würden mich wieder an den Tropf hängen und mir wieder Antibiotika verschreiben. Und diese würden mein Immunsystem noch mehr schwächen. Ich musste irgendwie wieder auf die Beine kommen und mein Immunsystem wieder aufbauen, damit ich die Zeit hier in den Tropen gesund überstehen konnte und ohne Sorge wieder in die Bocana fahren könnte. Während Pilar und der Professor also in die Bocana fuhren, hatte ich mehrere Termine bei einer Homöopathin. Die Ärztin verschrieb mir Probiotika, ein paar homöopathische Tropfen (Alivio Immune und Nux Vomica) und machte mir eine strickte Liste von Lebensmitteln die ich essen und nicht essen dürfte. Ich nahm artig die Medikamente und aß nur noch leichte Kost, viel Obst und Jogurt und versuchte nach 2 Wochen wieder Joggen zu gehen. Ich hatte mich in meinem ganzen Leben noch nicht so krank gefühlt und ich war tatsächlich kurz davor gewesen das Projekt abzubrechen und zurück nach Europa zu fliegen. Doch die Homöopathin war meine Rettung, Probiotika waren die Lösung und ich schwor mir nie wieder Antibiotika zu nehmen.

Ab jetzt gab es jeden Morgen Porridge :P

Ab jetzt gab es jeden Morgen Porridge 😛

Am Ende des Monats fuhr André alleine für ein paar Tage in die Bocana. Wir hatten mit dem Professor besprochen das Format, auf dem ich die Messungen der Garnelen notierte, etwas umzuändern. Und da ich, ganze 3 Wochen keine Daten gesammelt hatte, blieb uns nichts anderes übrig als das André ein paar Tage alleine in die Bocana fuhr. Ich fühlte mich noch nicht ganz fit und hatte Angst das mein Immunsystem noch nicht stark genug für den Pazifik war. Doch viel Daten konnte André nicht sammeln, nach ein paar Tagen kam André wieder. Er hatte das neue Format benutzt, welches wirklich eine Verbesserung meiner Arbeit war, aber das Regnerische und Stürmische Wetter an der Pazifikküste hatte sich nicht verbessert. Und am schlimmsten war: André kam zurück aus der Bocana mit Durchfall… Doch diesmal wusste ich was zutun war. Mittlerweile tranken wir nur noch gekauftes Wasser und ich kochte jeden Tag zuhause. Obst von Straßenständen zu kaufen war Tabu und die Tropischen Fruchtsäfte kauften wir nur noch in einer Saftkette (Cosechas) in der wir sicher waren das das Wasser gefiltert wurde und das Obst tiefgefroren und sauber war.

Er verbrachte ein paar Tage im Bett, besserte sich und wir entschieden Anfang Dezember zusammen zurück in die Bocana zu fahren. Ich war gespannt wie lange wir bleiben konnten und was uns in der Bocana erwartete und ein bisschen freute ich mich auch endlich wieder ans Meer zu fahren. Fortsetzung folgt in meinem nächsten Beitrag :D…

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2 Kommentare

  1. Bablofil 12. Januar 2017

    Thanks, great article.

  2. Inge 19. Januar 2017

    Vielen Dank Lisa endlich wieder von dir diesen Artikel zu lesen, so nehmen wir etwas Anteil an euerem Leben in Kolumbien. Liebe Grüße euere Großeltern

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