Das Leben in La Bocana

Zurück in La Bocana

Zurück in La Bocana

Nach dem Whale watching Wochenende und reichlich Viche (Kolumbianischer Kräuterschnaps) waren wir ganz froh wieder zurück in unserem Dorf (ja, das war mittlerweile schon unser Zuhause geworden) La Bocana zurück zu sein. Das Hotel in dem wir in Juanchaco am Wochenende waren hatte mich doch ziemlich entsetzt und ich war wirklich froh wieder in einem sauberen Bett, das nicht voller Sand war, und einen Zimmer, das nicht mit Brettern zugenagelt war, schlafen konnte. Mir fiel auf das unser Zimmer im Hotel Camelia und das Dorf La Bocana eigentlich alles besaß was man auch in Europa so brauchte. Wir hatten einen Ventilator im Zimmer und Internet gab es gratis im ganzen Dorf. Natürlich funktionierte das Internet nicht optimal und deswegen schaffe ich es auch nicht immer pünktlich meine Blogeinträge zu posten. Aber immerhin konnte man zum Beispiel an den frühen Morgenstunden Mails schreiben und die nötigste Kommunikation funktionierte auch. Zum Filme streamen reichte es leider nicht, aber wir hatten ja einen Fernseher auf dem Zimmer :D. Und der Fernseher war ein Luxus, den hier jeder hatte. Denn die Afrokolumbianer La Bocana´s beschäftigten sich am liebsten damit, vor ihren Häuschen zu sitzen und dabei irgendwelche Soaps und Serien zu schauen. Sie schauten zum Beispiel Betty la Fea, eine Sendung die es auch in Spanien gibt, und die hier wirklich jeden Tag läuft :D… Aber es gab Gottseidank auch Sender wie National Geographic oder Discovery channel. Wir saßen abends also meisten vorm Fernseher, wie alle in diesem Dorf, und schauten uns Dokus über irgendwelche Weltenbummler an, die ohne Geld durch Südamerika reisten und lustige Amerikaner, die alleine in der Kälte Alaskas oder der Hitze des mexikanischen Djungels versuchten zu überleben. Zu den Fernseher Geräuschen die man aus jedem Haus raus hörte, lief in La Bocana immer und ununterbrochen irgendwo sehr laute lateinamerikanische Musik, welche zusammen mit der Hitze, den Palmen und dem Meeresrauschen, das ganze Dorf sehr amüsant und tropisch machte.

La Bocana

La Bocana

Gemeinsames pulen der Garnelern.

Gemeinsames pulen der Garnelern.

Was das Projekt betraf lief die zweite Woche nicht so gut wie die erste Woche in der Pilar mit dabei war. Wir verstanden uns zwar super mit Enier, unserem Assistenten. Enier rief uns immer an wenn Fischer rein kamen und wir ein paar Messungen machten konnten. Aber im Großen und Ganzen konnten wir nicht viele Garnelen Proben nehmen und Messen. Das Wetter war einfach zu schlecht, es regnete diese Woche jeden Abend in Strömen und deshalb fuhren die Fischer nicht raus. Wir standen also immer morgens auf, frühstückten entspannt und warteten den ganzen Morgen darauf dass vielleicht ein paar Fischer rein kamen mit ein paar Garnelen. Meistens waren nur 2 bis 3 raus gefahren und diese hatten nicht viel gefangen.

André und Enier. Warten auf die Fischer.

André und Enier. Warten auf die Fischer.

Die Woche war also wirklich ziemlich ernüchternd und entspannt zugleich. Montag Namen wir gar keine proben, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag nur ca. 2 am Tag, den Rest des Tages verbrachten wir damit mit Enier am Meer zu sitzen und über die Unterschiede zwischen Europa und La Bocana zu sprechen oder darüber das es doch sinnvoll wäre in ein Haus in Buenaventura zu investieren. Buenaventura war immerhin der größte Hafen der Pazifikküste Kolumbiens und war somit eine der wichtigsten und reichsten Städte Kolumbiens. So schäbig und dreckig Buenaventura momentan sein mag, aber bald wird sich die Stadt bestimmt ändern und wenn man dann ein Grundstück hat zum Vermieten wäre das gar nicht so eine schlechte Idee :D.

Ein kleiner Fang zum Messen

Ein kleiner Fang zum Messen

Und so gingen die Tage vorbei und wir hatten kaum Garnelen gemessen. Das Wochenende verbrachten wir damit gar nichts zu machen. Wirklich gar nichts. Wir standen auf, machten Frühstück, spazierten am Meer entlang, trugen ein paar der gesammelten Daten in den Computer ein, kümmerten uns um die Danksagungen für unsere Hochzeit. Ja, wir hatten kurz vor der Kolumbien Reise geheiratet und nun standen die Dankes-briefe an alle Gäste und das Sortieren der etlichen Fotos an. Wir aßen jeden Tag frischen Fisch in unserem Stamm-restaurant und am Samstag gab es diesen sogar zum Frühstück. Ansonsten saßen wir nur vor unserem Hotel, auf unseren Plastik Stühlen, genau wie es alle anderen im Dorf taten, und schauten auf die matschige Straße und wer alles so vorbei lief.

André und die kleine Flor, während des Wartens auf die Fischer.

André und die kleine Flor, während des Wartens auf die Fischer.

Doch wie es wohl sein sollte lag André am Sonntag-morgen mit Durchfall und Schweißausbrüchen im Bett. Nicht das uns das überraschte, aber normalerweise war ich immer diejenige die für alle möglichen Krankheiten anfällig war. Zum Beispiel war ich auf unserer letzten Kubareise so dehydriert das ich ins Krankenhaus an den am Tropf kam.

Unser Zimmer im Hotel Camelia

Unser Zimmer im Hotel Camelia

Doch diesmal hatte es André erwischt. Nach 5-mal Durchfall innerhalb 4 Stunden rief ich die Doctora Madelegne an (die einzige Ärztin im Dorf). Madelegne gab uns sofort Antibiotika und Elektrolyte. Sie sagte mit den die Parasiten hier wäre wirklich nicht zu spaßen und André blieb nichts anderes übrig als die Antibiotika zu nehmen. Wir hofften das André in ein paar Tagen wieder auf die Beine kommen würde, sich das Wetter verbessern würde und wir die nächste Woche ein paar mehr Garnelen messen könnten.

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